Teufelszeug Freitag, Jul 30 2010 

Wenn man im Wartezimmer so eine ältere BU.NTE erwischt und sich den vierundrölfzig Seiten langen Artikel über die Ehelichung der schwedischen Kronprinzessin reinzieht und dabei ganz furchtbar flennen muss, dann kann man wohl nur sagen:

Hormone sind ein Teufelszeug!

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Frage zum Sonntag Sonntag, Mai 16 2010 

Wenn man an einem beliebigen Sonntag nachmittag furchtbar einsam ist und gleichzeitig Liebeskummer hat, was ja nicht zwingend miteinander einhergehen muss, dann ist es wirklich hilfreich wenn man sich folgende Frage beantworten kann:

Geht es mir schlecht weil explizit ER nicht da ist oder geht es mir schlecht weil einfach nur überhaupt niemand da ist?

Ich glaube, es ist sehr schwierig, das für sich selbst wahrheitsgemäß zu beantworten. Man muss dazu in dieser Kiste wühlen, in dieser… dieser… Emo-Kiste. Die, die man eigentlich versucht ganz ganz hinten unten zu verstauen, insbesondere an Sonntagen.
Aber wenn man mal die Richtung sieht, dann wäre man – sofern man die Lethargie überwindet – zumindest in der Lage endlich was dagegen zu tun.
Fensterputzen oder so. Da sieht man dann auch gleich viel klarer.

BitteDanke. Samstag, Apr 3 2010 

Ich gehe ja gerne zu dm. Dem Drogerieladen. Er ist preislich unschlagbar, und es gibt Produkte, die mag ich nur von denen. Zudem ist unserer am Ort groß, hell, übersichtlich, und es gibt immer einen Parktplatz vor der Tür.

Was mich aber wirklich ankotzt sind diese blöden, eingebildeten und vor allem extrem gelangweilten Kassentschicksen, die mit ihren meterlangen Plastikfingernägeln nicht in der Lage sind a Fünferle vom Tisch aufzuheben. Ich spreche insbesondere von der Dame am Donnerstag, aber auch zuvor ist mir dies bei ihren Kolleginnen bereits aufgefallen.

Ich komme also hin zur Kasse, und sie fängt grußlos an, meine Sachen, die sie mit spitzen Fingern und abgespreiztem Kleinfinger anfasst, angewidert über den Scanner zu ziehen. 
„Zwanzig Fünf.“ sagt sie. Ich vermute sie meint ‚Zwanzig Euro und Fünf Cent, bitte.‘
Ich gebe ihr einen Fünfziger und krame nach Kleingeld, was ich ihr auf den Tresen lege.
Sie fischt einen Zwanziger und einen Zehner aus ihrer Kasse und knallt mir die Kohle ohne ein Wort mit der flachen Hand auf das Förderband. Anschließend schnaubt sie verächtlich bei dem Versuch, das Geldstück mit ihren Krallen aufzulesen. Innerlich ärgere ich mich zwar, muss ob des Anblicks aber schmunzeln.
„Ich bräuchte bitte den Kassenzettel“ sag ich, und sie gibt ihn mir, ohne mich dabei auch nur anzuschauen. Während sie das Warentrennbrett hinter der Kasse auf diesem Auffang-Band auf die andere Seite schiebt beginnt sie bereits ihr wortkarges Ritual bei der nächsten Kundin.

Ich war innerlich so sauer und verärgert daß dieses ungehobelte Miststück offenbar noch nie in ihrem Leben die Worte „Bitte“, „Danke“ oder „Hallo“ gehört hat daß ich schon kurz davor war, ganz laut und übertrieben deutlich „Danke“ zu sagen als sie mir das Wechselgeld hinlegte. Hab es aber runtergeschluckt weil ich eigentlich richtig gut drauf war.
Aber als ich Sekunden später, noch während des Einpackens meiner Einkäufe, höre: „Sechzehn neunundsiebzig.“ platzte mir der Kragen.

Ich fand mein: „Hören Sie, ich muss das jetzt loswerden, sonst platze ich. Bei uns zuhause sagt man Bitte und Danke und begrüßt die Menschen. Es täte Ihnen nicht schlecht das mal zu üben.“ durchaus freundlich und auch mehr als angebracht.

Daß die Gute es aber auch noch fertig brachte, mich völlig entgeistert anzuglotzen und mich nachzuäffen („Bitte und Dankäää?“ sowie mir nachzuschreien (!) daß sie das ja gesagt hätte und ich mich überhaupt um meinen Kram kümmern solle, schlug dem Fass den Boden aus, und wird abgesehen davon ein Grund sein, eine nette Email an den dm Kundenservice zu schreiben.

Daß es Leute gibt die ihren Job so hassen, dafür bezahlt werden, und auch noch unschuldige Leute an ihrer Laune, ihrer Nichtsnutzigkeit und ihrem Desinteresse teilhaben lassen sowie ganz nebenbei möglicherweise freundlichen und willigen Arbeitslosen den Job wegnehmen finde ich unerträglich. U.n.e.r.t.r.ä.g.l.i.c.h.

Jetzt weiß ichs! Samstag, Mrz 13 2010 

Nämlich warum die älteren Herrschaften immer „im Stress“ sind.

Wenn man sich an einem Tag einen Arztbesuch und einen Krankengymnastiktermin vornimmt kann es einem nämlich auch als Mittdreißigerin schon mal passieren, daß man einige Stunden unterwegs ist und anschließend völlig erledigt wieder daheim aufschlägt.

In der orthopädischen Praxis, in welcher ich aktuell Dauergast bin, ist das Wartezimmer immer voll. Das Durchschnittsalter beträgt geschätze 75. Und damit übertreibe ich nicht wirklich.

Dort wird sich dann fröhlich unterhalten was für Blumen auf der AnnaHerthaMüllerMeier ihrem Grab letzte Woche lagen, daß die jungen Nachbarn noch gar nicht den Bürgersteig vom Schnee geräumt haben, daß es im Stodl ja noch kälter ist als draußen, bei welcher Krankenkasse man was bezahlt bekommt und so weiter und sofort.

Beim Verlassen der Praxis hört man am Tresen die bereits behandelten Patienten immer sowas sagen wie „in sechs Wocha soll i wieder kumma“ oder „Machas mir an Termin näxdn Monat“, und dann kommen sie wieder, setzen sich erneut zwei bis drei Stunden ins Wartezimmer um zu erfahren wer gestorben ist und daß die Schwiegertocher „ja gor net mit dene Gloane umgeh konn“.

Hallelujah.

Outing Montag, Mrz 1 2010 

So, kurz bevor Muriel die Auflösung des bfasd-Dingens online stellt gebe ich bekannt:

Das ist er, mein Gastbeitrag, und zwar bei Sylvia.

Ich gebe zu, ich bin schon seit dem Moment der Online-Schaltung hibbelnd dagesessen und habe drauf gewartet, mich dazu äußern zu dürfen. Deshalb hab ich auch zeitnah den Wann – Artikel gepostet.

Lustigerweise ist es so, daß mein Gastbeitrag von Sylvia verfasst wurde – ein Tausch also. Ich muss sagen daß ich diese Ahnung von Anfang an hatte. Der Blickwinkel auf das Thema und der Schreibstil passen zu dem, was ich in der kurzen Zeit auf Sylvias Blog entnehmen konnte, und sie war zudem die Einzige, die auf meine Bauchbeschreibung (siehe Kommentar) passte. Bis dato war mir Sylvias Blog weitgehend unbekannt, und ich war bis zum letzten Tag unsicher, welchen Artikel ich an Muriel senden würde. Ich hatte nämlich noch einen, der sich um das Thema „Eltern und den Umgang mit ihnen wenn man selbst erwachsen ist“ dreht.  Sylvia, du kannst dir kaum vorstellen wie froh ich war, diesen nicht verwendet zu haben, als ich deinen Mutter/Tochter-Beitrag las.

Es kam allerdings nicht besser als der Tag der Veröffentlichung da war :-(

Hätte ich eine Ahnung gehabt daß das Thema „Dünnsein“ in Eurer Familie ein nicht unwichtiges ist hätte ich vielleicht einen Themenkatalog zur Pflege von Gerberas verfasst oder so ;-)

Wie dem Text hoffentlich zu entnehmen ist geht es in meinem Artikel im Prinzip nicht darum, aus irgendeinem Grund dünn zu SEIN, sondern sich aus gesellschaftlichen / finanziellen / optischen Zwecken dünn zu hungern, um auf Veransatltungen wie den Genannten damit anzukommen. Es geht um die weit verbreitete Premisse, NUR schön zu sein, wenn man kein Gramm Fett auf den Rippen  hat. Mehr möchte ich gar nicht erklären.

Liebe Sylvia, es war mir trotz allem eine Ehre, und kontroverse Themen tragen auch immer ein bißchen zu zwischenmenschlichen Kontakten bei. Wir lesen uns!

Tatsachen des Alltags Donnerstag, Jan 14 2010 

Wenn man den Wasserhahn gscheit zudreht dann tropft er auch nicht mehr.

Das Single – Leiden 1) Sonntag, Dez 20 2009 

Vor einiger Zeit entdeckte Frau SSL dieses Blogdingens hier und hinterließ einen lieben Gruß , den sie mit dem Wort „(Leidens)Genossin“ unterschrieb.

Ist das so? Ist Single-Sein Leiden?

Ich dachte mir damals >> Leiden? Nö, nich wirklich. Manchmal wär eine männliche Schulter sicher nicht schlecht, aber passt schon so wie`s ist<<.
Im Nachgang dachte ich, auch aufgrund verschiedener Gespräche im Familien- und Freundeskreis, genauer über diese Frage nach, die vermutlich nur ich mir stelle. Vielleicht ist allein die Tatsache, dass ich mich damit beschäftige, die Antwort darauf…

Zunächst wäre zu klären was denn nun genau die Grundlage der Beurteilung ist, also was „Leid“ eigentlich bedeutet. Wikipedia fasst das ganz hübsch und treffend zusammen:

Leid ist eine Grunderfahrung und bezeichnet als Sammelbegriff alles, was körperlich und seelisch belastet. Unter anderem werden die Nichterfüllung von Bedürfnissen, Hoffnungen und Erwartungen (…) als Leid empfunden.

Der letzte Satz triffts ganz gut, gell? Man muss also nur seine Bedürfnisse, Hoffnungen und Erwartungen sowie auch die Alternativen kennen, und wissen, wie proir sie sind, um zu erkennen ob sie erfüllt werden (können), oder ob entsprechende Alternativen ebenfalls akzeptabel / befriedigend sein können.

Das wäre dann wohl die wissentschaftliche, ganz objektive Variante zur Beantwortung dieser Frage. Kurz und schmerzlos.

Die rein subjektive Beantwortung dieser Frage verlangt nach vielen Gedanken, einer pro-contra-Liste sowie einem Sammelsurium an für mich existentiellen Bedürfnissen und Erwartungen. Aber nicht hier und heute.

Erkenntnis des Tages: Sonntag, Nov 29 2009 

Life can be a bitch.

Auch wenn es sich um den Kick-Off-Tag handelt, der macht nämlich dieses Wochenende auch nicht besser.

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