Ich dachte darüber nach, befragte Freunde, befragte mich selbst und kam zu dem Schluss, ihm die Chance auf persönliche Erklärung zu geben. Er kam in meine Stadt, wir saßen einige Stunden zusammen, er beantwortete jede Frage die ich hatte und wurde anschließend wieder nach Hause geschickt.
Ich erbat mir Zeit. Ich wollte es ihm, wenn überhaupt, nicht so einfach machen.
In der folgenden Zeit baute sich, durch ihn forciert, wieder Kontakt auf, ich machte mit, stellte ihn auf die ein oder andere Probe, um letztlich einen weiteren Versuch zu starten.

Wir verbrachten ziemlich schnell ziemlich viel Zeit miteinander und wurden für Außenstehende zu diesen fürchterlichen Frisch-Verliebten, die sich dauernd anfassten, anschmachteten, kicherten, das volle Programm eben.
Der Beziehungsmittelpunkt verlegte sich in seine Stadt, seinen Freundeskreis (den ich ja bereits kannte), sein Umfeld. Nach wenigen Tagen schon lernte ich seine Mama/Familie kennen, er die Meine, und auch sonst wurde alles plötzlich ganz offen und ohne Berührungsängste gehandhabt. Wir buchten Urlaub, machten Pläne, was man eben so tut wenn man verknallt ist. Alles war einfach super.

Dazu, die Kinder- und Zukunftsfrage zu besprechen, kamen wir allerdings noch nicht. Das wäre sicherlich auch noch eine ganze Weile so geblieben, wenn nicht eines Tages… hm… das mit den Tagen nicht so gewesen wäre wie das eigentlich sein hätte sein sollen. Eigentlich (oh wie ich das Wort seit zwei Wochen hasse) hätte „nichts passiert“ sein dürfen, Mutter Natur jedoch hatte aber offenbar Größeres mit mir vor.
In aller Deutlichkeit heißt das: Ich bin schwanger.

Sagen wirs mal so: Wir waren beide wenig begeistert. Der Zeitpunkt ist der denkbar Ungünstigste den man sich vorstellen kann, und aufgrund dessen gab es viele Tränen, viele durchredete Tage und Nächte, Gedanken, schlimmes Schweigen und die ganze Palette von Emotionen, die mit so einer Nachricht einhergehen.
Das Unangenehmste an der ganzen Sache jedoch ist die Erkenntnis, daß er keine Kinder will. Nie welche wollte. Dass das schon immer seine Einstellung war, und aus diesem Grund auch schon Beziehungen scheiterten.
Was an der Tatsache ja nun nichts ändert.

Und um es mal dezent auszudrücken: die Tatsache daß es für mich keinen „PlanB“ in dieser Sache gibt hat ihn ganz schön aus der Bahn geworfen. Um genau zu sein hat er mein Haus vor ein paar Tagen auf dem Höchststand der schlechten Stimmung verlassen, und es sieht nicht so aus als würde mit einer weißen Fahne wieder kommen.

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