… oder wie sich ein Leben ganz schnell ändern, ändern […] und wieder ändern kann.

Vor einem Jahr lernte ich jemanden kennen. Beziehungsweise ich sprach erstmals mit diesem Menschen, den ich zuvor nur „vom sehen her“ kannte.
Er steckte damals in einer langjährigen Beziehung, ich war gerade wieder Single.

In Kurzfassung: Es folgten unzählige Emails, sms und auch einige wenige Dates. Ich werde entsprechende Posts an dieser Stelle nicht verlinken, aber die meisten Leser werden wissen was wo zuzuordnen ist.
Ich überlebte einen einsamen Geburtstag mitHilfe eines Blumenkurriers, ich überlebte irgendwie Weihnachten mitHilfe 6 Staffeln SATC und konnte schließlich Sylvester mit ihm als „freien Mann“ feiern.
Kurz darauf begannen wir eine Beziehung, die trotz fehlender Notwendigkeit irgendwie „geheim“ blieb. Aus Rücksicht auf die Ex, früheren Freundeskreis, schockierte Eltern etc.pp. Unser Leben und die Beziehung fand in meinem Umfeld, Freundeskreis, Wohnort und in Kurzurlauben statt. Wir sprechen von einer Wochenendbeziehung über ca. 80 km.

Vermutlich aus oben genannten Geheimhaltungsgründen, wegen fehlender Abnabelung vom alten Leben und sicherlich diversen anderen Gründen ging die Beziehung zu Bruch, und zwar drei Wochen nach einer Knie-Operation, die mich einige Wochen an Krücken fesselte.
Da das Schlussmachen seinerseits, sagen wir mal, nicht wirklich klar und deutlich formuliert war, eher verzweifelt, probierte ich kurze Zeit darauf mein Glück mit einem Brief an ihn, mit deutlichen Worten was meinen Standpunkt betraf.
Zurück kam ebenfalls ein Brief, mit ansatzweise deutlichen Worten, was seinen Zustand betraf.
Darauf hin folgten wieder Emails und sms, in Form von Annäherung, sowie schließlich ein weiteres gemeinsames Wochenende, welches sehr romantisch, jedoch befangen war und darin gipfelte, daß er Sonntag abend keine Neuigkeiten was unseren Status betraf, hatte. Aus diesem Grund zog ich an diesem Punkt meine Konsequenz, bat ihn zu gehen und sich auch künftig nicht mehr zu melden solange er nicht wirklich bahnbrechende News für mich hätte und wünscht ihm Glück für den Fall, daß dies passieren würde. Ich ging nicht davon aus.
Ich hielt mich selbstverständlich auch selbst an diese  Kontaktsperre.

Es folgten einige harte Wochen, wie das halt so ist mit Liebeskummer, jeder ist immer wieder der Allerschlimmste den man je hatte (ich glaube übrigens das liegt am Alter), belastete meine Freunde, Familie und Kollegen, litt laut und leise und irgendwann – ganz plötzlich – kam der Tag an dem ich wieder Spaß daran hatte, aufzustehen. Morgens in hübsche Klamotten zu springen, Urlaub zu planen, lustige Dinge zu unternehmen, Spontanausflüge. Ich dachte nach wie vor an ihn, das muss ich wohl zugeben, denn er hats mir wirklich angetan, aber ich war wieder „lebensfähig“ und meine allgemeine wirklich sonnige und positive Lebenseinstellung hat sich wieder durchgesetzt.

Und da Männer sowas offenbar riechen passierte just zu dieser Zeit das was offenbar passieren musste: Es landete ein weiterer, handgeschriebener Brief in meinem Kasten. Whow. Da musste ich erst mal schlucken, denn derartig deutliche, offene und erklärende Worte über Gefühlszustände habe ich selten gelesen.
Was der Tenor war kann der Leser sich denken: Er vermisst mich, er will mich, für immer und in allen Lebenslagen undsoweiterundsofort.
Der Brief kam zu spät dafür, daß ich jubelnd und springend durch meine Wohnung gerannt wäre, aber er kam noch rechtzeitig um mich dazu zu bewegen, wenigstens drüber nachzudenken.

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